Filmbeitrag
Filmbeitrag in der „Lokalzeit Münsterland“ im WDR III vom 12. Dezember 2025 (ab Minute 5:40). · Anmoderation: Othmar Rest hat auf dem Dachboden seiner Mutter, die mit 100 Jahren in Gescher gestorben ist, eigentlich nur einen Koffer gefunden, aber dann hat er ihn aufgemacht, und plötzlich war das ein regelrechter Schatz. Der Koffer war nämlich voller Briefe und persönlicher Dokumente aus einem langen Leben. Othmar Rest hat diesen Fund sozusagen als Aufforderung begriffen, etwas daraus zu machen. Fünf Jahre später ist daraus ein Buch geworden, das eine Geschichte von Verhältnissen und Schicksalsschlägen erzählt, die so viele Familien im Münsterland durchlebt haben.
WDR Lokalzeit Münsterland, Ausstrahlung am 12.12.2025
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Rezensionen
Haben Sie herzlichen Dank für die Übersendung Ihres wahrlich beeindruckenden Buchs „Mutters Koffer“, das in jeder Hinsicht die Dimensionen üblicher Privatgeschichtsschreibung sprengt. Nicht nur Ihre Angehörigen dürfte bereits der vorn eingelegte, vier DIN-A4-Seiten breite Stammbaum fesseln. Dass der Koffer Ihrer Mutter nicht nur ein allegorisches Bild ist, sondern Sie sich aus ihm tatsächlich in die Familiengeschichte hineinlesen konnten, ist schon ein Glücksfall an sich. Ich bin überzeugt, dass auch Nicht-Familienangehörige viel Freude am Ergebnis ihrer fünfjährigen Arbeit haben werden. Viele Leserinnen und Leser werden es erhellend finden, neben die oft theoriegeleitete akademische Geschichtsschreibung eines Zeitabschnitts vergleichend eine narrative Darstellung legen zu können, die mit persönlichen Erfahrungen und der Sicherung von Erinnerungen für die Nachwelt ein lebendiges Bild der Geschichte bewahrt.
Andreas Bothe, Regierungspräsident Münster
Mutters Koffer schildert in spannender und lebhafter Form eine Familiengeschichte, die wichtige Zeugnisse der Vergangenheit mosaikförmig und detailreich zu einem beeindruckenden Gesamtwerk zusammengeführt hat. Eine herausragende Leistung des Autors Othmar Rest!
Besonders habe ich mich über die – völlig unerwartete – Erwähnung meiner Tante Dr. Klara Ebbing gefreut (Seite 537), die bei dem großen Luftangriff auf Münster im Oktober 1943 elendig in einem Aufzug des Clemenshospitals verbrannte. Durch meine familiären Verbindungen zu Gescher – direkte Nachbarschaft des elterlichen Bauernhofs Ebbing meiner Mutter Auguste zum Wohnhaus der Familie Elisabeth und Ferdinand Rest – fühle ich mich aufgefordert, alte Briefe meiner Mutter und ihrer Geschwister, aufbewahrt in einem Schuhkarton, nochmals zu lesen und auszuwerten.
Dr. med. Heribert Mersmann, Coesfeld
Geschichte wird besonders greifbar und verständlich durch Schilderungen des konkreten Alltags. Da wird auch menschliche Größe auf eine Weise nachvollziehbar, die in üblichen Geschichtsbüchern kaum darstellbar ist. Dieses Buch ist dazu ein lehrreicher Kontrast.
Elisabeth Rest, deren Koffer von 1934 die Initialzündung für dieses umfangreiche Buch wurde, musste den kriegsbedingten Verlust ihres jungen Ehemannes und Vater eines kleinen Jungen hinnehmen und lernen, unter schwierigen Bedingungen weiterzuleben. Und in den mageren Jahren nach dem Kriege in zweiter Ehe drei weitere Kinder großzuziehen verlangte eine Anstrengung und eine Opferbereitschaft, die für uns Heutige immer noch ein Beispiel ist. Dieses ungewöhnliche Buch vermittelt uns reale Geschichte, wie sie eine weitverzweigte Familie in Westfalen über 100 Jahre erlebt – und manches Mal auch durchlitten hat. Eine intensive Quellenarbeit hat hier unbeschreiblich viele spannende Details zutage gefördert, die in der Tat lohnend sind, – mal ernst, mal heiter erzählt – festgehalten zu werden. Der herausnehmbare Stammbaum ist hilfreich im Zurechtfinden der zahlreichen Familienzweige.
Kurt Gerhardt, WDR-Veteran, Köln
Mit den Zeilen nehmen Sie den Leser behutsam an die Hand und führen ihn in die Entstehungsgeschichte einer wirklich einzigartigen Enzyklopädie einer umfassenden westfälischen Familienstruktur ein. Von den anfänglichen Gedankenspielen – wohin mit dem Koffer – und der Entschlussfassung, die darin befindlichen Informationen literarisch aufzuarbeiten, lassen Sie den Leser über Ihre Schulter sehen und Sie auf dieser Erkundungsreise begleiten.
In unnachahmlicher Weise dokumentieren Sie dabei nach mehrjähriger Recherchearbeit den Werdegang der jeweiligen Familienzweige in akribischer Form und bewahren so die Geschichte vor dem Vergessen. Dieses ist übrigens auch das Anliegen der Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn e.V., die mittlerweile mehr als 110jährige Geschichte des Fliegerhorstes Ahlhorn zu dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten.
Insbesondere freut es uns natürlich, dass wir Sie bei den Recherchen zu den Kapiteln vom Gefreiten Ferdinand Flacke, der auf dem Fliegerhorst Ahlhorn noch im März 1945 Opfer des Luftkrieges wurde, sowie vom Kampfflieger Hermann Hogeback unterstützen konnten. Mit besonderem Interesse haben wir dabei die Kommentierung von US-General a.D. Michael E. Ryan und die persönlichen Erzählungen von Frau Dr. Hildegard Schnetkamp aus Löningen zur Kenntnis genommen!
Arnold Schmock, Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn e.V., Großenkneten – Ahlhorn
MÜNSTER. Der Koffer, den Othmar Rest auf einen Tisch im Marktcafé gewuchtet hat, erregt Aufsehen. Die vier Frauen am Nebentisch bekommen lange Hälse, als er den Deckel aufklappt. Hunderte Dokumente tauchen auf, Liebesbriefe und Ansichtskarten, Feldpost und Alltagstexte.
Die Sachen sind alt – sehr alt. So wie der Koffer, dem man ansieht, dass er fast 100 Jahre auf dem Buckel hat. Auf vielen Ansichtskarten kleben Marken der Reichspost, die es seit 1945 nicht mehr gibt. Abbildungen auf Telegrammen zeigen Schiffe, die längst nicht mehr segeln, manche Dokumente sind in Sütterlin-Schrift verfasst.
Es ist „Mutters Kollers“, den Othmar Rest, der in Berlin lebt, nach Münster mitgebracht hat. „Mutters Koffer“ – so heißt auch das Buch, das er geschrieben und im Eigenverlag herausgebracht hat. Darin zeichnet er auf 770 Seiten und mit 1700 Bildern die Familiengeschichte nach. 2500 Namen listet das Register auf, einige von ihnen befinden sich auf einem Stammbaum, der dem Buch beiliegt und der so groß ist, dass er kaum auf den Tisch passt. … Im Laufe der Zeit stieß er auf viele interessante Persönlichkeiten. Zum Beispiel Hugo Althoff, einen Onkel seiner Mutter. Der Zentrumspolitiker war Senator im Freistaat Danzig – und verlor seinen Job, weil er nicht bereit war, mit den Nazis zusammenzuarbeiten. Danach verdiente er sein Geld mit Kunstgewerbe. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Hugo Althoff in Brandenburg. Um 1950 besuchten ihn dort Otto Grotewohl (von 1949 bis 1964 DDR-Ministerpräsident) und Wilhelm Pieck (von 1949 bis 1960 DDR-Präsident), um ihn zu überzeugen, im neuen Staat eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Auch dieses politische Angebot habe er abgelehnt, berichtet Othmar Rest. Kurz darauf floh Althoff aus der DDR nach Sprakel. […]
Martin Kalitschke, Westfälische Nachrichten (Münster) vom 31. Dezember 2025
[…] Sehr gelungen empfand ich übrigens auch Ihre „Architektonischen Nachbetrachtungen“. Ob Ostbevern oder Alverskirchen oder Glandorf – überall wurde abgerissen, verklinkert oder brutal modernisiert. Ein gutes Beispiel ist dafür ja leider der Glandorfer Thie, der nach seiner erneuten Umgestaltung auch in Tokio, Seattle oder Buenos Aires stehen könnte. Unpersönlich, kalt und mit Baumaterialien aus aller Welt. […]
Florian Sell, Fredersdorf bei Berlin
Fünf Jahre hat Othmar Rest, der sich Gescher immer noch verbunden fühlt, an seinem Werk gearbeitet. Weitere interessante Persönlichkeiten aus dem Münsterland haben ebenfalls Einzug in diese außergewöhnliche Familienchronik gefunden wie Anton Tertilt, Pfarrer in Epe und Diözesandirektor des Kreuzbundes im Bistum Münster. Oder auch Kardinal von Galen, dessen erster Gebetszettel zur Seligsprechung beigetragen hat und von Rests Großtante Änne Althoff 1957 verfasst worden war. Ein Vetter von Rests Mutter erlebte und dokumentierte zudem das erste Wunder von Schwester Euthymia im September 1955. Neben den Biografien der verschiedenen Seitenlinien der Familie Schulze Althoff gibt es auch einen größeren Abschnitt in mehreren Kapiteln über das „Leben, Feiern und Sterben unserer Ahnen" – mit zahlreichen Fotos, Familientafeln und Totenzetteln.
Florian Schütte, Gescherer Zeitung vom 13. Dezember 2025
Ich hatte nicht erwartet, dass es so grandios ist: ein richtiges coffee table book, edel, wunderbar illustriert, etwas, das sich sonst nur Taschen leistet, eine außergewöhnliche Familiengeschichte, ein Buch der Generationen. Und das gestemmt nur durch privates Engagement.
Dr. Rolf Giesen, Filmjournalist und Sachbuchautor, Grambin
An „Wichtigkeiten“ in meinem fortgeschrittenem Leben hat sich zur Zeit folgende neue Reihenfolge ergeben. Auf Platz 1 kommt nach 60jähriger Ehe mein lieber Mann, auf den ich mich nach all den Jahren immer verlassen kann. Das Buch „Mutters Koffer“ erhält danach den Platz 2; Othmar Rest hat es geschrieben, das Buch ist ein Schatz. Auf Platz 3 befindet sich nun mein geliebtes Handstrickzeug. Stricken ist mein liebstes Hobby, doch es wurde jetzt von „Mutters Koffer“ auf Platz 3 verdrängt.
Gertrud Knemeyer geb. Buchholz, Autorin und Chronistin von Schloss Loburg, Ostbevern
Das Buch ist ein Familiengemälde in Worten und mehr als eine Chronik. Othmar Rest erweckt darin seine Vorfahren mit vielen Geschichten wieder zum Leben... Das Buch zeigt die Ratlosigkeit zwischen den Weltkriegen und verschweigt nicht die schleichende Beeinflussung durch die Nazis in den damals streng katholischen Kreisen. In dem Münsteraner Kino Gertrudenhof, das seine Großtante Eckelkamp führte, wurden die Juden des Münsterlandes für die Deportation eingepfercht. Entstanden ist eine Familiensaga, die zugleich eine sehr persönliche Geschichte erzählt. „Wenn die eigene Zukunft kürzer wird als die Vergangenheit, beginnt die Rückschau aus welchem Stall man eigentlich kommt“, erklärt er. Man versucht, die Zeit der Eltern und Großeltern besser zu verstehen.
Patrick Otte, Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben (Hiltrup) vom 4. Dezember 2025
Ein Koffer voller Briefe wird Auslöser und authentische Grundlage für eine spannend erzählte, unterhaltsame Familiengeschichte. Das politische Geschehen wird in der Geschichte der Familie konkret. Briefe, Fotos und Dokumente werden zu einem eindrücklichen Familienporträt im mitunter amüsanten Dorfleben zusammengefügt. Noch einmal, eine großartige Leistung.
Ute und Werner Schubert, Heimatverein Ostbevern
Manche biografische Kapitel beeindrucken wegen ihrer Detailliertheit und Ausführlichkeit, etwa das Kapitel über den Senator der Freien Stadt Danzig, Hugo Althoff (1884-1960), oder der Abschnitt über eine „Kriegerwitwe“ – der Besitzerin des titelgebenden Koffers –, deren Briefe aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg den Blick auf den Alltag der Menschen zu dieser Zeit lenken. Neben Lebensläufen werden zahlreiche Sachthemen angeschnitten, wie etwa die Spanische Grippe, der Umgang mit Ostvertriebenen, eine Lawinentragödie oder das Sparverhalten einer alten Dame – um nur ein paar wenige Themengebiete zu nennen. […] Neben zahlreichen Fotografien werden weitere Quellen präsentiert, wie Hochzeitszeitungen, Zeitungsanzeigen oder geografische Karten. Dabei ist positiv hervorzuheben, dass die Quellen nicht unkommentiert gelassen werden, sondern in den Kontext ihrer Zeit gestellt werden. […]
Die von Othmar Rest präsentierte Verbindung der quellengesättigten und reich bebilderten Geschichte einer Großfamilie mit einzelnen längeren und kürzeren Biographien, die in den Kontext ihrer Zeit eingebettet werden, hat Vorbildcharakter. Die Texte sind angenehm lesbar, die vielfältigen Quellenauszüge sind farblich vom Rest des Textes abgehoben, wie auch die Gesamtgestaltung überzeugen kann. Neben den unmittelbar „Betroffenen“, den Nachfahren der behandelten Familien, ist diese Publikation jedem als Anschauungsmaterial empfohlen, der sich mit dem Gedanken trägt, eine Hof- und Familiengeschichte zu verfassen. Die Publikation bringt der Leserin und dem Leser nicht nur die Geschichte einer konkreten Großfamilie nahe. Es wird darüber hinaus die Geschichte des Alltagslebens in Westfalen und anderswo erzählt. Und letztlich zeigt sich auch, welche Geschichten man aus einem Koffer alter Dokumente herauslesen kann.
Niklas Regenbrecht, Blog Alltagskultur im Landschaftsverband Westfalen-Lippe vom 12.12.2025
Ich freue mich, am kommenden Dienstag den Forscher und Buchautor Othmar Rest zu einer Lesung und Präsentation im Heimatverein begrüßen zu dürfen.
Kann man aus einer Familienchronik ein unterhaltsames, spannendes Buch machen, das gleichzeitig eine Sozialgeschichte des Münsterlandes ist und bei uns allen, die ihre Wurzeln im ländlichen Milieu haben, unzählige Erinnerungen aufleben läßt? Ja! Othmar Rest kann es!
Ingrid Edelkötter, stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Greven
„Mutters Koffer“ ist ein ganz außergewöhnliches Werk geworden, viel mehr als eine Familiengeschichte. Ich sehe in ihm eine Sozialgeschichte Westfalens und Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert aus der Perspektive großbäuerlicher und bürgerlicher Mitglieder einer weit verzweigten westfälischen Familie. Sehr berührend unter vielen anderen Geschichten und Schicksalsaufzeichnungen sind das Totengedenken an die Kriegsopfer und die Sammlung der Totengebetszettel. Unter den Illustrationen befinden sich wahre Schätze.
Klaus Gruhn, Preisträger der Augustin-Wibbelt-Plakette 2025, Warendorf-Freckenhorst
Zunächst einmal einen ganz herzlichen Glückwunsch zur letztgültigen Vollendung Ihres summum opus! Ich könnte mir vorstellen, dass Sie das Gefühl haben, eine ganze Lebensetappe hinter sich zu haben. Und zwar eine, die sich materialisiert hat, d.h. man hält die Lebensetappe in der Hand. Das muss ein großartiges Gefühl sein! Es ist ja nicht irgendein Buch, das Sie vollendet haben. Es ist eine schwer zu definierende Pflicht gegenüber einer Vergangenheit, mit der Sie in unlösbarem Konnex stehen. Herodot schreibt im Vorwort seiner „Historien“, er gebe im Folgenden eine Darstellung seiner Forschungen, „damit bei der Nachwelt nicht in Vergessenheit gerate, was unter Menschen einst geschehen ist.“ Sie tun das gleiche in einer Art Dienst an denjenigen, die tapfer genug waren, ihre paar Jahrzehnte auf diesem Planeten so zu gestalten, dass die Nachlebenden nicht vergessen sollten, wie sie das geschafft haben, und dass darunter so viel ist, was man ihnen abschauen kann. Abschauen nicht bei den „Großkopferten“, sondern bei den „Helden des Alltags“. – In der Tat kann man anhand Ihrer Erzählung und Ihrer Quellen erkennen, wieviel sich seit damals verändert, aber auch wieviel sich seit damals gehalten hat. Geschichte geschieht ja selten in Sprüngen, sondern in Faltenwürfen, und die Vergangenheit geht immer in der Gegenwart als oft nur stille Begleiterin mit. Und dann ist mir aufgefallen, wie professionell Ihr Satzspiegel ist und wie professionell das ganze Buch aufgezogen sein wird. Da macht der Auszug wirklich Lust auf mehr!
Dr. Peter Hawig, Rheine
Diese pralle Familiensaga beschert der Leserschaft einzigartige Einblicke in das Leben im Münsterland. Es sind Schicksale, Brauchtum, Ereignisse und politische Geschehnisse, die zu einem Ganzen verwoben worden sind. Ein großartiges und einzigartiges Werk.
Henning Stoffers, Autor und Münster-Chronist, Münster